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Gläserne Molkerei Dechow
Biomilch-Produkte aus dem
UNESCO-Biosphärenreservat

Der Entwurf für den Neubau der Gläsernen Molkerei in Dechow orientiert sich weitestgehend an den 5 Leitgedanken bzw. Zielsetzungen, die bereits den Vorgängerbau der Gläsernen Molkerei Münchehofe maßgeblich bestimmt haben, 1. die Organisation des komplexen Raumprogramms zu einem Gebäude mit hoher Funktionalität, 2. die Schaffung von attraktiven Räumen für Besucher und Mitarbeiter, 3. die Einfügung des Baukörpers in Ortsbild und Landschaft, 4. eine energieeffiziente, kosten- und ressourcenschonende Bauweise und 5. der Ausdruck von Transparenz und Glaubwürdigkeit des Unternehmens.

BauherrGläserne Meierei GmbH
Planung und Realisierung2010 - 2011
BGF / BRI4.300 m² / 26.200 m³
FotosMila Hacke

Der sehr kompakte zweigeschossige Baukörper erfüllt die Forderung nach kurzen Wegen für die Milch, die die Grundvoraussetzungen für eine optimale Qualitätssicherung der Produkte bilden. Entsprechend sind Milchtanks, die Milchaufbereitung, -verarbeitung – und -abfüllung sowie die Butter- und Joghurtproduktion dicht nebeneinander angeordnet. Die Kühlräume und der Versandbereich schließen unmittelbar daran an. Die Gebäudetechnik liegt zentral im Obergeschoss und auf der teilweise abgesenkten Dachfläche.

Der Neubau der Gläsernen Molkerei präsentiert sich sowohl für den Besucher als auch für den Mitarbeiter als ein einladendes und offenes Gebäude. Ein eigenständiger, von den Produktionsabläufen entkoppelter Weg führt als Besucherrundgang der Länge nach durch den Neubau und bietet dabei vom Obergeschoss aus über großzügig verglaste Bereiche Einblicke in die Büroarbeit und die anschließenden einzelnen Produktions- und Lagerräume der Molkerei, bevor er von einer Loggia aus den Blick freigibt auf die umliegenden Weiden und Wiesen. Diese Transparenz und Offenheit des Gebäudes erfährt auch der Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung von seinem Arbeitsplatz aus. Oberlichter an den Längsseiten des Gebäudes sorgen für ausreichendes Tageslicht in den Produktionsräumen. 

Der erforderliche Energieaufwand für die Erzeugung von Kälte, Wärme, Heißdampf etc. für die Produktion wird durch neuste, aufeinander abgestimmte Anlagen optimiert. Überschüssige Wärme wird für die Beheizung des Verwaltungs- und Besucherräume verwendet. Die notwendige Kälte wird durch eine energetisch effektive Ammoniakanlage erzeugt. Die Wasserver- und -entsorgung erfolgt über neue Leitungen des Wasserzweckverbandes Radegast. Auf der Dachfläche ist eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 115kWp installiert. Durch die kompakte Bauweise wird ein Minimum an Bodenfläche versiegelt. Gedämmte glasfaserbeschichtete Wand- und Deckenpaneele verhindern Wärmeeinträge und –verluste in den Produktionsräumen. Streifen- und Einzelfundamente sowie tragende und aussteifende Wände aus Stahlbeton bilden das Grundgerüst des Gebäudes.

Darüber spannt sich eine Hallenkonstruktion aus KVH-Stützen (Konstruktionsvollholz) und Dachbindern von 31 m Länge. Die Fassadenbekleidung besteht aus  Lärchenholz-Lamellen mit rhombischem Querschnitt, die auf eine zwischen den Stützen liegende Fachwerkunterkonstruktion geschraubt sind. Glasboard (GFK)-Wand- und Deckenpaneele bilden zusammen mit einem Industrieboden auf verdichtetem Untergrund die Hüllflächen der Produktions- und Lagerräume. In den Produktionsräumen wurde zusätzlich ein nahezu fugenloser Fußbodenbelag aus einem eingefärbten Polyurethanbeton aufgebracht.

Durch das Offenlegen und Darstellen eines nachvollziehbaren Produktionsprozesses für die hochwertigen Biomilchprodukte mit Einblick über große Schaufenster in alle Bereiche wird dem hohen Anspruch der Gläsernen Molkerei hinsichtlich Transparenz und Glaubwürdigkeit entsprochen. Als einladende Geste stellt die verglaste Fassade des Foyers auf der Straßenseite den Charakter eines offenen Gebäudes nach außen hin dar. Im Foyer befindet sich ein Hofladen, der regionale Erzeugnisse sowie die Produkte der Gläsernen Molkerei zum Verkauf anbietet. Ein Café lädt zusätzlich zum Verweilen im Foyer oder auf der vorgelagerten Terrasse ein.

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